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Studienkredite im Vergleich: Zinsen und Konditionen

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Wenn das Geld im Studium nicht reicht, sollten Sie zuerst berechnen, wie viel Sie brauchen. Vergleichen Sie Kredite danach, wie viel Geld sie auszahlen, wie lange sie laufen, wann die Rückzahlung beginnt und wie hoch der Zinssatz ist. Prüfen Sie auch, ob sich der Zinssatz ändern kann.

Der KfW-Studienkredit zahlt über einen längeren Studienzeitraum jeden Monat Geld aus. Der Bildungskredit des Bundes ist auf höchstens zwei Jahre begrenzt und richtet sich an fortgeschrittene Ausbildungsphasen. Für regionale Darlehen und Bildungsfonds gelten eigene Regeln. Die genannten Zinssätze gelten für die angegebenen Stichtage und sagen nicht aus, welche Konditionen aktuell angeboten werden.

Welche Studienkredite infrage kommen

Finanzierungsform Umfang und Zugang Zins und Rückzahlung
KfW-Studienkredit Monatliche Auszahlung von 100 bis 650 Euro. Für Studierende an anerkannten Hochschulen in Deutschland. Einkommen und Sicherheiten sind für den Zugang nicht entscheidend. Variabler Zinssatz, der halbjährlich angepasst wird. Während der Auszahlung können die Zinsen direkt abgezogen oder aufgeschoben werden.
Bildungskredit des Bundes Für fortgeschrittene Ausbildungsphasen. Die Förderung ist auf höchstens 24 Monate begrenzt. Die Monatsraten betragen 100, 200 oder 300 Euro. Variabler Zinssatz mit halbjährlicher Anpassung. Der Kredit ist mit BAföG und KfW-Studienkredit kombinierbar.
Darlehen von Studierendenwerken Je nach Angebot für eine bestimmte Region, Hochschule, Notlage oder die Abschlussphase. Kein bundesweit einheitlicher Zinssatz. Härtefalldarlehen sind laut Bundesagentur für Arbeit häufig zinslos, müssen aber oft rasch zurückgezahlt werden.
Bank- und Sparkassenkredite Angebote sind teils regional oder auf einzelne Hochschulen begrenzt. Zinssatz, Laufzeit und Sicherheiten unterscheiden sich. Ein konkretes Angebot ist nötig.
Bildungsfonds Rückzahlung nach dem Studium als Anteil des späteren Einkommens, abhängig von den Vertragsbedingungen. Ein Zinssatz lässt sich mit einem klassischen Kredit nur bedingt vergleichen. Entscheidend sind unter anderem Rückzahlungsanteil, Dauer und mögliche Obergrenzen.

Der Bildungskredit hat zwar einen niedrigeren Zinssatz, ist aber auf höchstens zwei Jahre begrenzt. Er deckt daher nicht den Lebensunterhalt über mehrere Studienjahre ab. Für eine längere Studienphase passt eher ein Kredit mit monatlichen Auszahlungen.

Vergleichen Sie auch Darlehen von Studierendenwerken und Hochschulen. Sie richten sich oft an bestimmte Gruppen oder Situationen, können aber bei einer kurzfristigen Notlage oder in der Abschlussphase günstiger sein als ein großes bundesweites Darlehen.

Zinsen der Studienkredite im Vergleich

Ein effektiver Jahreszins zeigt die jährlichen Kreditkosten in Prozent. Er umfasst neben dem Sollzins auch bestimmte weitere Kosten. Bei einem variablen Zins verändert sich der Satz während der Laufzeit. Beim KfW-Studienkredit und beim Bildungskredit richtet sich der Zins unter anderem nach dem 6-Monats-Euribor, einem Referenzzinssatz für Kredite zwischen europäischen Banken. Beide Zinssätze werden halbjährlich angepasst.

Am 1. April 2026 gab die KfW für neu abgeschlossene Verträge einen effektiven Jahreszins von 6,53 Prozent für den KfW-Studienkredit und 3,53 Prozent für den Bildungskredit an. Die Werte gelten für diesen Stichtag. Da sich die Zinssätze halbjährlich ändern, sollten Studierende vor dem Antrag die aktuellen Konditionen beim Anbieter prüfen.

Ein niedrigerer Zinssatz sagt allein wenig über die Gesamtkosten aus. Wer mehr Geld aufnimmt oder länger für die Rückzahlung braucht, zahlt insgesamt mehr Zinsen. Auch der Zeitpunkt, zu dem die Zinsen anfallen, zählt: Bei aufgeschobenen Zinsen wächst der später zurückzuzahlende Betrag.

Welcher Kredit passt zur Studienphase

Für laufende Lebenshaltungskosten über längere Zeit passt ein Kredit mit monatlichen Auszahlungen. Wer nur für eine begrenzte Zeit in einer fortgeschrittenen Ausbildungsphase Geld braucht, sollte den Bildungskredit prüfen. Bei einer kurzfristigen Notlage oder kurz vor dem Abschluss kommt ein Darlehen des örtlichen Studierendenwerks infrage.

Vergleichen Sie auch private Angebote und Bildungsfonds gesondert. Bei einem Bankkredit zählen neben dem effektiven Jahreszins auch Sicherheiten oder Bürgschaften, die der Anbieter verlangt. Bei einem Bildungsfonds richtet sich die Rückzahlung nach dem späteren Einkommen. Wer über mehrere Jahre einen hohen Anteil seines Einkommens zurückzahlt, zahlt womöglich eine hohe Summe, auch wenn die monatlichen Zahlungen anfangs niedrig erscheinen.

Der CHE-Studienkredit-Test 2026 vergleicht 25 Angebote anhand von 21 Kriterien, darunter Zugang, Finanzierungshöhe, Kosten, Risikobegrenzung und Flexibilität. Er kürt bewusst keinen pauschalen Testsieger: Ein günstiges Angebot hilft wenig, wenn es für die eigene Hochschule oder Studienphase nicht zugänglich ist.

Bedarf und Antrag vorbereiten

Vor dem Antrag lohnt sich eine einfache Monatsrechnung. Stellen Sie notwendige Ausgaben wie Miete, Lebensmittel und Lernmaterialien den verlässlichen Einnahmen gegenüber. Die Differenz ist der Ausgangspunkt für den Kreditbedarf. Nehmen Sie nicht automatisch den Höchstbetrag auf, nur weil der Anbieter ihn ermöglicht.

Gehen Sie bei der Auswahl in dieser Reihenfolge vor:

  1. Prüfen Sie BAföG, Stipendien, Unterstützung aus der Familie, einen Nebenjob und Hilfsangebote des Studierendenwerks. Diese Möglichkeiten können den Kreditbedarf senken.
  2. Legen Sie fest, ob Sie laufende Kosten, eine kurze Abschlussphase oder eine akute Notlage finanzieren müssen. Dadurch wird klarer, welche Kreditarten überhaupt passen.
  3. Lassen Sie sich vom Anbieter die vollständigen Konditionen geben. Vergleichen Sie den effektiven Jahreszins, Änderungen des Zinssatzes, die Dauer der Auszahlungen und mögliche Gebühren. Prüfen Sie auch, wann die Rückzahlung beginnt, wie hoch die Rate ist, wie lange die Rückzahlung dauert und ob Sie zusätzlich tilgen oder Zahlungen aufschieben können.
  4. Rechnen Sie die Rückzahlung mit einem vorsichtigen Berufseinstieg durch. Planen Sie nicht mit einem bestimmten Gehalt, bevor Sie wissen, welche Stelle und welches Einkommen Sie tatsächlich erreichen.

Für den Bildungskredit läuft der Antrag über das Bundesverwaltungsamt. Für den KfW-Studienkredit erfolgt er über einen zugelassenen Finanzierungspartner. Die Bearbeitung eines Bildungskreditantrags kann mehrere Wochen dauern. Klären Sie deshalb frühzeitig, welche Unterlagen und Fristen für Ihr Angebot gelten, und unterschreiben Sie erst nach dem Konditionenvergleich.

Rückzahlung und Berufseinstieg

Ein Studienkredit kann den finanziellen Druck während des Studiums senken und mehr Zeit für Lehrveranstaltungen oder den Abschluss lassen. Die Rückzahlung beginnt zu dem im Vertrag festgelegten Zeitpunkt, auch wenn der Berufseinstieg nicht sofort gelingt. Deshalb rät die Bundesagentur für Arbeit davon ab, fest mit einem schnellen oder besonders gut bezahlten Berufseinstieg zu rechnen.

Ein Nebenjob im eigenen Studienfach kann Erfahrung und Kontakte für den Berufseinstieg bringen. Ob der Job sinnvoller ist als ein Kredit, hängt davon ab, wie viele Stunden er beansprucht, wie viel er einbringt und ob er den Studienabschluss gefährdet. Ein Kredit passt vor allem, wenn er eine konkrete Finanzierungslücke schließt oder den Abschluss ermöglicht. Die verfügbaren Daten belegen keinen Zusammenhang zwischen einem Studienkredit und dem späteren Gehalt.